Der 22. April 2015 ist ein besonderer Tag.

Vor genau 70 Jahren endete der Krieg in Bleckede.

Eine Arbeitsgruppe, zusammengesetzt aus Herrn Friesen, André und Fabian als Vertreter unserer Schule, Maja und Michelle von der Realschule, sowie Marius und Steven von der Jörg-Immendorff-Schule und Herrn Sohst aus Bleckede, bereitete die Veranstaltung schon um Vorfeld durch Interviews und einigen Vorbereitungstreffen mit Zeitzeugen dieses historischen Ereignisses vor.

Zeitzeugen, Schüler und Lehrer kommen ins Gespräch über den Kriegsverlauf in Bleckede im April 1945Die geladenen Gäste, die 1945 zwischen 6 und 15 Jahren alt waren,teilten mit den Zuhörern ihre Erinnerungen an die Zeit um das Kriegsende.

Viele Leute waren in unser Forum gekommen, um mit ihnen (Frau Röber, Frau Soetbeer,  Frau Lühe, Frau Dommes, Herr Frank und Herr Stamer) in die deutsche Geschichte einzutauchen.

Die Zeitzeugen - von links: Frau Röber, Frau Soetbeer, Herr Stamer, Frau Lühe, Frau Dommes, Herr Frank - berichten über ihre Erlebnisse am Ende des KriegesSchüler, Eltern, Großeltern und andere Interessierte aus der Region zählten zum Publikum.

Nachdem Herr Friesen den Auftakt gab und die Geschichte und Bedeutung des Gedenktags erläuterte, gab es einen kleinen Exkurs zum Kampf alliierter und deutscher Soldaten um Bleckede in den letzten Kriegstagen durch Herrn Sohst, um allen Anwesenden vorstellbar zu machen, was hier damals passierte. Mit Hilfe von Karten und Fotos stellte er den Verlauf des Kriegsendes sehr anschaulich dar.

 

Anschließend erzählten die Zeitzeugen von ihren Erfahrungen, indem sie auf Fragen der Schülerinnen und Schüler aus dem Vorbereitungsteam antworteten.Die Schüler – von links: André, Fabian, Marius, Steven, Michelle, Maja“ - interviewen die Zeitzeugen

Sie berichteten von Flucht, Chaos, brennenden Scheunen und geplünderten Häusern. Besonders die brennende Mühle von Garze war vielen noch im Gedächtnis. Sofort waren ihre Zuhörer in einer scheinbar anderen Welt, weit fort von der Sicherheit und der Ruhe, wie wir sie kennen.

Die Zeitzeugen waren sehr offen und vermittelten fast einen Eindruck von Erleichterung, jemandem aus dieser Zeit etwas erzählen zu können. Es herrschte eine leicht traurige, bedenkliche Stimmung, aber bei der Erinnerung an das Chaos von durcheinanderlaufenden Hasen, Hühnern und Schweinen im Haus huschte dem einen oder anderen doch ein Schmunzeln über die Lippen. Sehr ausführlich beantworteten die Zeitzeugen auch die Fragen des aufmerksamen Publikums, unter dem sich auch Zeitzeugen befanden, die sich z.T. rege den historischen Berichten anschlossen.

Viele Schüler sind gekommen, um den Zeitzeugen Fragen zu stellen. Auch viele Lehrer, Eltern, Großeltern und interessierte Mitbürger sind anwesendBei der Frage, ob sich zwischen all den grausigen, traurigen Erinnerungen auch schöne Momente für immer eingebrannt hätten, folgte zunächst Stille. Plötzlich sagte eine Zeitzeugin: „Der schönste Augenblick war, als mein Bruder aus dem Dienst in Frankreich zurückkehrte.“ Die anderen nickten zustimmend. Immer noch in ihren Gedanken versunken.

Für viele war das, worüber die Zeitzeugen berichteten, in der Tat eine ganz fremde Welt, insbesondere für das jüngere Publikum war und ist es unvorstellbar, was die Menschen in dieser Zeit erlebten. Umso bereichernder war es, an den Erfahrungen der geladenen Gäste teilhaben zu können. Deshalb, und auch weil sie so offen über ihre Ängste sprachen, ist ihnen ein großer Dank auszusprechen. Viele der Anwesenden hätten ihnen sicherlich noch länger zuhören können und einige der geladenen Gäste hätte vermutlich gern auch noch mehr von ihren Erfahrungen mit der Aufnahme von Flüchtlingen, mit dem Bund Deutscher Mädel oder der Hitlerjugend und anderen prägenden Dingen dieser Zeit berichtet.

Annika Zibell

 

Siehe auch die zwei angehängten Artikel zum Weiterlesen.

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